Master WHY (AT)

𝐁𝐫𝐚𝐢𝐧𝐬𝐭𝐨𝐫𝐦𝐢𝐧𝐠 | 𝐋𝐨𝐠𝐥𝐢𝐧𝐞 | Storyline:

Logline

In einem heruntergekommenen Imbiss am Leipziger Platz, wo Hausregeln unumstößlich sind, kollidieren das Schicksal eines hart arbeitenden Imbissbetreibers mit dem eines gestressten Unternehmers, der bereit ist, alles zu tun, um seiner kranken Tochter zu helfen. Dabei löst ein unerwarteter Vorfall eine ethische Zerreißprobe aus. Zwischen Pommes-Bestellungen, Regelverstößen und einer bedrängten Toilettenpause entfaltet sich ein episches Drama, das durch einen erschütternden Schuss im stummen Schwarz endet.

"Master WHY" handelt von einem emotionalen Drama voller moralischer Dilemmata, das zwischen den Linien von Routine und Rebellion, Pflicht und Verzweiflung, eine zutiefst menschliche Geschichte erzählt.

Prolog – Narration

Ein epochales Drama spielt sich bei hellblauen Mondlicht in einem Imbiss direkt am Leipziger Platz in der Nähe des Bahnhofs ab. Kurz nach der Kreuzung Richtung Innenstadt liegt eine Mini oberirdische Bunker-Insel bestehend aus einer Küche mit zwei Fernster, zwei Türen und zwei stets geschlossenen Toiletten.

Ein 69-jähriger alter Mann mit Migrationshintergrund (bekannt unter dem Pseudonym: Master Why) führt ganz allein einen 20 Jahre alten eigenen Imbiss.

Im Gegensatz zu Master Why, der dafür bekannt ist, ganze Nächte durchzuschuften, machen die ersten Lädchen um den Bahnhof herum erst gegen 6 Uhr auf. Dass, sein Geschäft nach 20 Jahren immer noch gut läuft, verdankt er seiner Spitzenposition und der hohen Nachfrage. Das Ganze ist allerdings mit viel Stress verbundenen und um dies zu bewerkstelligen, hat sich Master Why festgefahrene Bedienungsroutinen bzw. Hausregeln im Lauf der Zeit auferlegt, um mit mentalem Stress und psychischer Belastung klarzukommen.

Nick, ein launischer 28. junger Mann mit Fluchterfahrung ist mit seinen Kameraden durch nächtliche Feierzüge an Heißhunger bei Master Why gestrandet.

Mijoro’s Vater Khaleb ist ein 37-jähriger Start-up-Unternehmer, mit zwielichtigen Hintergrundverbindungen zur Rechtsszene, der aber mittlerweile Dank eines ungünstigen Geschäftsmodells recht erfolgreich ist.

Mijoro, ein kleines Mädchen, mit einer Form chronischer Blasenentzündung (interstitiellen Zystitis (IC)) ist zusammen mit ihrem Vater auf der Durchreise.

Mijoro steigt verschlafend aus dem Zug aus und wartet mit ihrem Vati auf ihre nächste Verbindung. Um sich die 90min Wartezeit zu versüßen, beschlossen beide sich etwas zum Essen zu holen und stoßen nach schon 5 Minuten Entfernung zu Master Why berühmt-berüchtigten Laden mit dem Namen Doppel Wumms Meister. Da sie sonst gezwungen gewesen wären, um 3 Uhr nachts weiter Richtung Innenstadt ihr Glück zu versuchen, freut es außerordentlich die beiden, dass wenigstens ein Laden in der Nähe geöffnet hat. So müssen sie sich nicht weiter vom Bahnhof entfernen. Außerdem freut es Khaleb, dass er keine Angst zu haben braucht. Die nächste Verbindung würde er sicherlich nicht verpassen, und falls der Zug mal wieder zu spät oder zu früh kommen sollte, würde er Wind davon bekommen. Auf die beiden wartet zwar noch eine lange Fahrt, aber ihm beschließt das Gefühl am richtigen Ort, zur richtigen Zeit zu sein, ein wenig so als würden die Sterne unaufhörlich zu ihm lächeln. Er konnte noch vor Kurzem sein Glück kaum fassen, als er nach einer relativ langen Wartezeit einen Kliniktermin für eine vielversprechende experimentelle Behandlungstherapie für Mijoro bekam.

Daher dachte er, er würde sich nie verzeihen können, wenn er diese lange Reise nicht auf sich nimmt.

Master Wy hat vor Jahren festgestellt, dass er noch mehr Gewinne aus den nächtlichen Schichten ziehen kann, als aus Früh- und Spätschichten zusammen.

Nach einer ersten Nachtschicht, dachte er, er könne, seine Zukunft in die Hand nehmen. Zum ersten Mal in diesem Land spürte er eine befremdliche und freudige Erleichterung zugleich, die bislang nur jener Unternehmer gegönnt war, die auf die Schliche kommen konnten, einen Weg zu finden, wie Gewinne zu maximieren sind.

Der Gedanke, endlich für seine Familie auszusorgen und später für eine bessere Vorsorge zu garantieren, wuchs tief in ihm. Und so fasste er den Entschluss, im eigenen Vorteil und zugunsten seiner Familie, sein Leben, Arbeitsrhythmus und Ethos auf den Kopf zu stellen, um seine Ziele zu erreichen.

Und so ergab sich allmählich für Master Wy eine geschäftliche Blaustunde, ähnlich einem roten Faden, der sich durch sein Leben hindurch 20 Jahre lange Nächte strecken würde. 20 Jahre lang hat er seine Routinen, Tagesablauf bzw. Nachtablauf in der Hitze gemeißelt. Man könnte fast sagen, er hat sich einen roten Plan für seine blauen Stunden geschmiedet.

Ähnliche Erleichterung ist auf Khaleb’s Gesischt zu sehen, kurz nachdem er den Laden bemerkt hat. Statt in der Kälte vom Bahnhof auf ihren nächsten Zug zu warten, gab’s bei Master Why schöne warme Sitzplätze, was Leckeres zum Essen und sogar getrennte Toiletten. Khaleb war derart begeistert, was Passendes gefunden zu haben, denn er musste wegen des Umstiegs die friedlich eingeschlafene Mijoro aus dem Schlaf ziehen.

Handlung – Grob
  • Eine Gruppe Klassenkameraden (Abbi, Marie, Loire, Hell, Antonie, Psy und Nick) machen einen Stopp bei einem Imbiss nach einer Absolventen-Party auf ihrem Rückweg ins Hotel.
  • Einige unter denen möchten gerne etwas essen und beschließen sich innen hinzusetzen, da es kalt ist bzw. andere müde sind.
  • Neben dem Ausgabefenster steht folgendes großgeschrieben auf einem Schild: Jegliche Bestellung nur draußen gestattet.
  • Die Truppe unterhält sich im Hintergrund, Nick steht auf, übersieht das Schild, stellt sich hin und will bestellen.
  • Durch das Fenster hindurch bemerkt er OTS (over the shoulder), wie der Koch (Master Why) einem Kunden sagt, er werde ihm die Bestellung von innen geben, sobald diese fertig ist. Im Stress dreht sich der Koch wortlos zu Nick und weist mit der Hand hin auf das Schild.
  • Nick macht die Tür auf, um nach draußen zu gelangen, gleichzeitig kommt derselbe Mann, der gerade eine Bestellung abgab, mit seiner Tochter Mijoro an der Hand herein.
  • Als Nick draußen an 2 Jugendlichen vorbeigeht, die auf ihre Bestellung warten, lauscht er ungewollt, wie sie sich über die Bedienungsregel bzw. die Hausregeln von Master Why lustig machen.
  • Der Name Master Why bekam er von seinen treuen Kunden, weil seine Hausregel bzw. Bedienungsregeln nur für ihm selbst Sinn ergeben und in den Köpfen der Neukunden immer dieselbe Frage auftritt: Why? Master Why!
  • Nick bestellt sich eine doppelte Portion Pommes mit Ketchup und Mayo. Genervt, unterbricht ihm Master Why. Er wiederum lässt ihm verstehen, dass er weiß, dass er ihm die Bestellung, wenn sie fertig ist, von innen geben werde.
  • Wieder drinnen fragen die Freunde, was er sich wohl bestellt hat. Loire, überzeugt von Nick, will auch Pommes bestellen. Sie steht auf, Nick zeigt auf das Schild und sagt, dass der alte Knacker Bestellungen nur von draußen annimmt. Ihr ist kalt und das draußen stehen, macht ihr kein Vergnügen. Verwundert lachen die anderen am Tisch darüber, wie ineffektiv es wohl für den Besitzer ist. Beim Lachen steht Psy auf und geht anstelle von Loire.
  • Psy geht durch Tür und bestellt direkt draußen, Master Why sagt ihr, wo sie ihre Bestellung später abholen soll und sie vergewissert ihm mit einem Nicken, dass sie bereits Bescheid weiß.
  • Mijoro’s Vater Khaleb wird gerufen, seine Bestellung steht am Fenster zum Abholen bereit.
  • Gleich danach muss Nick seine auch abholen. Mijoro hätte gerne Pommes, sie schaut Nick’s Teller an und schaut zu ihrem Vati.
  • Bedrückt, es könnte zeitlich knapp werden, steht Khaleb eilig auf und versucht schnell eine weitere Portion Pommes zu bestellen, wenn Master Why sowieso schon am Fenster steht. Aber er wird vom Koch unfreundlich hingewiesen, dies draußen zu tun. Er könne von innen keine Bestellung annehmen. Ende der Durchsage.
  • Aufgeregt, versteht er nicht, warum er nicht einfach die Bestellung schnell am Fenster aufnehmen möchte. Er begibt sich dennoch nach draußen, um zu bestellen.
  • Bestellung aufgenommen und wieder sagt Master Why ununterbrochen, dass er ihm die Bestellung nur von Innen dann geben werde. Dieser besteht allerdings darauf an Ort und Stelle warten zu wollen, bis es fertig ist. Aber er muss dann aufgeben, nachdem Mijoro durch das Fenster zu ihm gelächelt hatte.
  • Mit verzogener Mine geht er wieder rein, aber bevor er sich hinsetzen konnte, rief Master Why: Die Pommes können abgeholt werden.
  • Eine Kundin sucht die Toilette auf, die Tür ist zu. Sie schaut zu Nicks Truppe, nach ewigem Blickwechseln und Kopfschütteln fragt sie bei Master Why. Der Schlüssel bekommt sie diesmal aber durch die Innentür zur Küche.
  • Die Kundin kommt heraus und verschließt wieder die Tür hinter sich und gibt Master Why den Schlüssel durch das kleine Innenfenster ab.
  • Die kleine Mijoro sagt ihrem Vati, dass sie pinkeln muss. Daraufhin hält er ihre Hand, steht auf und geht mit ihr zum Fenster.
  • Als Master Why ihn dazu auffordert zur Tür zu gehen, fragt er, warum er ihm nicht einfach den Schlüssel direkt hier gibt. Zwischen Master Why Sturheit und Khaleb versessene Kühnheit entfacht eine leidenschaftliche Auseinandersetzung. Im Eifer des Gefechts zwischen Wollen und nicht können liefern sich beide Männer ein unvergleichliches ethisches Dilemma. Master Why will und kann aus seiner Routine bzw. Hausregeln nach so langer Zeit nicht mehr ausbrechen.
  • Für die kleine Mijoro vergeht mittlerweile die Zeit nur noch in Zeitlupe. Sie verspürt eine unaufhörliche Bedrängnis, das eines unausstehlichen stechenden Stachels ähnelt, und ständig auf ihrer Blase wie eine Atombombe Druck ausübt.
  • Master Why gerät in Schwitzen, zwischen Wollen und nicht Können – Aufhören kommt für ihn nicht infrage. Denn verflucht wäre er, wenn er die eigenen Lebensinhalte aufgeben müsste.
  • Khaleb schaut verkrampft zu seiner Tochter, anschließend zu Master Why und auf die Uhr. Auf Augenhöhe tauschen beide Männer ihre sehnlichsten Mordlüste aus. Der ganze Raum ist angespannt, die Kleine drückt auf die Hand ihres Vatis. Ihre Hand ist schweißgebadet.
  • Im Khaleb’s Kopf tickt die Uhr erschwinglich vorwärts, im Mijoro’s Bauch dagegen tickt die gleiche Uhr nur noch rückwärts. Fest entschlossen seine Töchter zu helfen, holt er die Knarre raus und zwingt Master Why zur Kapitulation.
  • Im Augenblicks des Erstarrens nahm Master Why Entschlossenheit noch ein Zahn zu.
  • Die Gesichter alle anderen Gäste verfallen in Panik, wie von Angst gelärmt.
  • In der Ferne ein Quietschen von Eisen auf Eisen. Der Zug kommt an. Ein Schuss fällt und das Bild wird Schwarz.
Dialog

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